Quetschies für Kinder: Wie gut sind sie wirklich?

Sind Quetschies gesund

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Welche Mama und welcher Papa kennt sie nicht: Quetschies für Kinder. Sie sind bei den Kleinen aufgrund der schicken Verpackung und des süßen Inhaltes sehr beliebt. Und den Eltern fällt es dadurch leichter, immer etwas “gesundes” dabei zu haben. Doch ist dem wirklich so? Auf Anfrage einer Freundin hin möchte ich in diesem Artikel Quetschies mal genauer unter die Lupe nehmen. Damit auch du genau weißt: Wie gut sind Quetschies wirklich?

Quetschies: Gesunder Snack für Zwischendurch

Die Früchtpürees aus der Tüte sind zugegebener Maßen ein praktischer Begleiter für unterwegs. Mit ihnen hat man einen gesunden Snack für Kinder immer dabei und kann ein erstes Hüngerchen beim quengeligen Kind schnell stillen. Verschluss abgedreht und schon wird losgenuckelt und gesaugt.

Aber sind Quetschies wirklich so gesund, wie behauptet wird?

Sind sie wirklich eine gute Zwischenmahlzeit?

Und sollten bzw. können sie wirklich bedenkenlos gekauft werden?

Quetschie unter der Lupe

Ich nehme den Quetschie hinsichtlich verschiedener Kriterien mal genauer für dich unter die Lupe.

Quetschie vs. vollwertiges Lebensmittel

Quetschies bestehen aus püriertem Obst und enthalten daher Fruchtzucker. Je nach Sorte gibt es sie zwar auch mit Getreide oder Gemüse, aber das Grundprinzip ist das Gleiche:

Das ursprüngliche, vollwertige Stück Obst, welches zuvor Schale, Haut, Fasern und Kerne hatte, wird püriert und weiterverarbeitet, um es haltbar zu machen. So bleiben von einem ganzen Apfel mit 120 g nach der Verarbeitung vielleicht noch 30 g übrig – man bekommt dadurch sozusagen Obst in komprimierter Form.

Durch den Verarbeitungsschritt sowie das Haltbarmachen können Ballaststoffe, Vitamine sowie verschiedene Mineralstoffe und Antioxidantien verloren gehen und der einst stolze Apfel wird überwiegend auf seinen enthaltenen Fruchtzucker reduziert. Für 100 g Quetschie braucht es demnach auch nicht nur einen, sondern mehrere Äpfel – dadurch enthalten Quetschies auf 100 g auch mehr Fruchtzucker, als 100 g frisches Obst (dies ist aber auch von der jew. Obstsorte abhängig).

Fruchtzucker hat die gleiche Wirkung wie weißer Haushaltszucker: Er geht schnell ins Blut über, was den Blutzuckerspiegel in die Höhe treibt und das Kalorienkontingent auffüllt. Leider werden in Quetschies auch oft Saftkonzentrate – meistens Apfelsaft- oder Traubensaftkonzentrat – verwendet, die den Zuckergehalt weiter erhöhen können. Bei einem dauerhaften “zu viel” an Kalorien, kann das Risiko für Übergewicht steigen.

Vollwertiges Obst liefert zwar auch Fruchtzucker, aber in “verpackterer” Form. Ein Apfel, eine Beere oder Banane muss erst gekaut werden, um die enthaltenen Stoffe herauszulösen. Damit nehmen wir u.a. auch die gesundheitsförderlichen Ballaststoffe auf, die sich positiv auf den Organismus auswiken können. Vitamine und weitere Mineralstoffe bleiben erhalten.

Daher sollte frischem Obst immer der Vorzug gegeben werden.

Frische Früchte
Wenn möglich, immer frisches Obst bevorzugen.

Kauen fördert die Verdauung

Das Kauen von Lebensmitteln regt die Verdauung an, denn es setzt unter anderem verschiedene Enzyme frei, die für die Aufspaltung der Nahrung und die Aufnahme der enthaltenen Nährstoffe benötigt werden.

Quetschies werden in der Regel schnell verschlungen. Frisches Obst ist hier definitv die bessere und gesündere Wahl.

Quetschies können die Kariesgefahr erhöhen

Wird oft, gerne und lange an Quetschies gesaugt und genuckelt, können die im Püree enthaltenen Säuren und der Zucker dafür sorgen, dass der Zahnschmelz angegriffen wird. Es kann Karies entstehen.

Dies gilt auch für alle anderen süßen Sachen, die im Fläschen oder einer Trinkflasche angeboten werden. Daher ist hier ganz wichtig, dass solche Sachen wirklich nur ganz bewusst verabreicht werden.

Tipp: Im Anschluss sollte dem Kind immer Wasser angeboten werden. Das Trinken “spült” quasi den Mundraum, sodass weniger Karieserreger zurück bleiben.

Quetschies können das Durst- und Hungergefühl verzerren

Durst und Hunger? Quetschies können beides stillen. Zumindest vermeintlich.

Kinder sollten viel trinken – am besten aber Wasser oder ungesüßte Tees. Und ihren Durst nicht mit Fruchtpürees aus dem Beutel, Säften oder gar Softdrinks stillen.

Speziell Quetschies können dazu führen, dass das Kind den ersten Durst so zwar übergeht, unterm Strich aber zu wenig getrunken hat. Außerdem spielt hier auch das Thema Karies und Übergewicht wieder eine Rolle – sofern Kindern solche Dinge überwiegend angeboten werden.

Gleiches gilt für den Hunger: Quetschies können zwar vorübergehend das Hungergefühl stillen. Allerdings liefern sie zu viel Energie und zu wenig wertvolle Nährstoffe. Dies kann einen Teufelskreis auslösen, denn das Kind ist nocht nicht satt und verlangt möglichweise ein zweites oder drittes Quetschie. Die Zuckeraufnahme (Kalorien) steigt, die Nährstoffaufnahme sowie die tatächliche Menge an zugeführter Nahrung bleibt gering.

Hier ist es hilfreich zu wissen, dass unser Hunger- bzw. Sättigungsgefühl von zwei wesentlichen Punkten abhängig ist: Der Menge an zugeführter Nahrung und der Menge an zugeführten Nährstoffen. Nur wenn beide Rezeptoren versorgt werden, stellt sich ein Sättigungsgefühl ein. Quetschies können beides wenn überhaupt nur zu einem geringen Teil stillen.

Dadurch ist es nicht verwunderlich, dass bei zu hoher Energie- und zu geringer Nährstoffaufnahme – möglicherweise auch noch kombiniert mit zu wenig Bewegung – Babyspeck entsteht und Übergewicht bei Kindern gefördert wird.

Isst man im Vergleich 100 g eines vollwertigen Lebensmittels (wie z.B. einem Apfel oder einer Banane), ist dies sättigender als 100 g Quetschie “zu essen”. Zum einen ist die zugeführte Menge größer, zum anderen liefert in diesem Fall das vollwertige Obst auch Ballaststoffe, Mineralstoffe, Vitamine & Co.

Prägung für Süßes mit Quetschies

Die Vorliebe für Süßes können Eltern von klein auf beeinflussen. Und das beginnt bereits im Mutterleib.

So ist nicht nur die Ernährung der Mama während der Schwangerschaft ausschlaggebend, wie offen ein Kind später für Süßes ist, sondern auch die Ernährung des Kindes selbst. Da sich die Geschmacksknospen bei Kindern vor allem in den ersten Lebensmonaten und -jahren entwickeln, kann man durch “falsche” Lebensmittel oder Belohnungsstrategien bereits eine (starke) Vorliebe für Süßes schaffen. Quetschies liefern hier einen enormen Beitrag dazu und können, wie oben bereits erwähnt, Übergewicht im Kindes- und Erwachsenenaltern fördern.

Am besten ist, dem Kind von klein auf frisches Obst, Gemüsesticks und selbstgemachte gesunde Snacks (wie z.B. Energiekügelchen) schmackhaft machen – so dass es lieber hier zugreift, als ein Quetschie zu verlangen.

Übrigens: Eine gute Alternative zu Quetschies sind selbstgemachte Smoothies oder Shakes. Hier kannst du selbst entscheiden, was drin ist und nicht nur saisonales und regionales verarbeiten, sondern die Inhaltsstoffe auch dem Nährstoffbedarf deines Kindes entsprechend anpassen. Wenn du dein Kind frühzeitig an Smoothies und Shakes gewöhnst, hast du auch in Zeiten, wo mal schlechter gegessen wird immer eine gute Möglichkeit Nährstoffe zu verstecken!

Sind Quetschies nun gut oder schlecht?

Ich persönlich würde Quetschies für Kinder per se nicht standardmäßig als schlecht bezeichnen. Wie so oft und bei allem gilt auch hier: Die Menge macht das Gift. Allerdings sollten sie eher die Ausnahme, als die Regel sein und lieber mit gesünderen Alternativen ausgetauscht werden. Außerdem sollte man bedenken, dass Quetschies eine Menge Müll produzieren.

Daher hier meine Tipps, wenn nicht ganz auf Quetschies verzichtet werden kann oder will:

  • Nur selten anbieten und ganz bewusst von den Kindern konsumieren lassen.
  • Quetschies nicht als Belohnung einsetzen.
  • Nach dem Quetschie-Verzehr dem Kind Wasser anbieten.
  • Quetschies ggf. selber machen. Es gibt im Handel wiederverwendbare Quetschie-Beutel, die man mit selbstgemachtem Obst- und Gemüsepüree füllen kann. Vorteil: Wertvolle Inhalts- und Nährstoffe bleiben bestehen.
  • Bei hohem Quetschie-Verzehr diesen nach und nach reduzieren und vollwertige Alternativen anbieten (z.B. immer Obst und Gemüse mitnehmen; Tipp: mit einem Gemüse- und Obstausstecher verwandeln sich langweilige Schnitze in ansprechende Formen).
  • Statt Quetschies einen selbstgemachten, nährstoffoptimierten Smoothie anbieten.

Auch unser Sohn bekommt ab und an ein Quetschie. Allerdings nur, wenn wir unterwegs sind und dann auch nur eines. Zusätzlich bieten wir immer frisches, kleingeschnittenes Obst und/oder Gemüse an. Außerdem steht ein selbstgemachter Smoothie mit etwas Obst, Spinat oder Grünkohl, Nüssen und Samen ebenfalls täglich auf dem Speiseplan.

Mit Freude kann ich behaupten, dass er ein kleiner Smoothie-Genießer ist und ihn auch jeden Tag haben will. Bei der Zubereitung hilft er natürlich mit und am besten schmeckt er mit einem groooßen Smoothie-Strohhalm aus Edelstahl (siehe dazu unsere Küchenempfehlungen)! 🙂

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